Rennradrunde zum Entspannen

Es gibt viele Wege um abzuschalten und um um Kopf frei zu bekommen, mein liebster ist meine Lieblingstour auf dem Rennrad. Ich fahr die Tour sehr gerne alleine, da kann ich so schnell oder so langsam fahren wie ich will und muss mich keiner Gruppe anpassen.

An einem Donnerstag ergibt es sich, dass ich alleine bin, meine Liebste ist zu ihrer Mutter gefahren. (Keine Angst, es gab keinen Streit!) So kann ich morgens schön früh aufstehen, um gegen fünf Uhr loszufahren, ich will der Mittagshitze entgehen. Start ist in Wien Simmering und der Weg führt am Verschiebebahnhof vorbei zum Liesingbach Was mir gleich auffällt, es sind um diese Zeit mehr JoggerInnen und GassigeherInnen als PendlerInnen unterwegs! Müde geht die Sonne auf und nach drei Gelsen in meiner Nase stelle ich fest, dass es noch genügend Insekten gibt, zumindest zeigen sich Gelsen vom Insektensterben unbeeindruckt.

An der Liesing entlang komme ich nach Schwechat und fahre dort rüber zum Fluss Schwechat auf den Triestingau-Radweg. Jetzt heißt es Landschaft genießen, aber eigentlich bin ich mit meinem Rennrad viel zu schnell unterwegs und ich beschließe, dass ich diesen tollen Radweg einmal mit meiner Liebsten auf anderen Rädern und schön gemütlich fahren will. Hier hat man einen schönen Fluss mit Auwäldern, die viel Schatten spenden und man ist viel alleine, abseits des Verkehrs unterwegs. Man hört viele Vögel singen, einfach herrlich!

Über Rannersdorf, Pellendorf, Münchendorf, Trumau, Oberwaltersdorf, Tattendorf, Teesdorf und Günselsdorf kommt man an den Wiener Neustädter Kanal. Aber keine Angst, von den vielen Dörfern bekommt man wenig mit, man fährt meist auf Nebenstraßen abseits des Verkehr.

Erste Pause am Wiener Neustädter Kanal

Am Kanal fahre ich rechts den Kanal entlang bis zur nächsten Überführung. Hier wird der Wiener Neustädter Kanal in einem Trog über einen anderen Bach geführt, sozusagen über eine Brücke. Vor hundert Jahren war dieser Kanal noch sehr wichtig und es wurde einiges auf ihn transportiert: Gut dokumentiert ist die Geschichte in der Ausstellung „Welt in Bewegung“ in Wiener Neustadt (Ausstellung bis 10.11.2019). Hier setze ich mich ans Ufer, mache eine Pause und schaue dem Treiben am Wasser zu.

Dann geht es weiter am Kanal auf dem Thermenradweg Richtung Wien. Seit ein paar Monaten ist dieser Weg toll ausgebaut und es macht Spaß hier Kilometer zu machen! Nach ca. acht Kilometer biege ich dann rechts ab auf den Helenentalradweg nach Baden, schön durch den Stadtpark, wo zur Zeit riesige Bilder hängen.

Diese Bilder gehören zum Festival „Hymne an die Erde“. Ich könnte stundenlang diese Bilder bestaunen. Ein anderes Mal! Ich will weiter und komme auf Nebenwegen raus aus Baden und fahre an die Schwechat, wo sich Schotter und Aphalt ablösen. Bald quere ich die Schwechat über einige Brücken. Nun wird es richtig schotterig und ich freue mich, breitere Reifen auf meinem Rennrad zu haben. Vorbei an der Krainerhütte geht es nach Sattelbach, wo ich leider wieder auf einer Straße mit Verkehr lande. Aber nicht lange, bald schon kann ich zuerst auf einem Radweg fahren und dann zum Stiftsradweg Richtung Heiligenkreuz abbiegen. Ich fahre an einer Frau vorbei, die im Seitenstreifen steht und mir nachschreit:“ Hier wachsen schöne Walderdbeeren!“ Ich bin aber viel zu sehr im Tretwahn, als dass ich anhalten kann.

In Heiligenkreuz biege ich schräg links ab Richtung Grub. In Grub keuche ich einen Hügel rauf und weiß schon, jetzt kommt die Zeit, wo ich mich freue, dass ich hier mit dem Rennrad bin! Die nächsten 20 km werden spaßig und schnell. Mit knapp 60 km/h fliege ich am Ortsschild Dornbach vorbei, rolle aber lieber ein wenig langsamer, weil viele Autofahrer nicht auf schnelle Radfahrer vorbereitet sind. Dann geht s weiter, wieder einen kleinen Hügel rauf und wieder runter. Leute, passt bitte auf, wenn ihr diese Strecke fahrt, seid bremsbereit! Es gibt viele kleine Feldwege, aus denen große LKWs kommen können. Und plötzlich steht da ein Schild „Viehtrieb“! Also seid bitte vorsichtig!

Über Weißenbach komme ich nach Mödling und gleich beim Ortsschild münden links eine Straße in die Hauptstraße. Und jedesmal wenn ich komme, fährt ein Auto knapp vor mir aus dieser Straße in meine Richtung. Ich komme immer schön mit einen 50er den Hügel runter und diese Autos bremsen mich aus. Was ich in diesem Moment dem Autofahrer hinterher schreie ist nicht jugendfrei, aber bestimmt eine gute Schreitherapie!

Endlich biege ich rechts ab in die Fußgängerzone und fahre zu meinem Lieblingsrestaurant, Haus der Biere. Es ist aber erst halb 11 und das Haus der Biere noch geschlossen. Na gut, dann eben nur Gulasch, Radler und Eiskaffee in der Kanzlei, nebenan. Gut gestärkt fahre ich dann über Laxenburg, Achau und Vösendorf nach Hause. Das war eine schöne Radtour 120 km lang und ich bin wieder zuhaus, bevor es richtig heiß wird.

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