Karfreitag ins Burgenland

Kirschbaum in Donnerskirchen

Reini hat mich zum Guinness-Trinken eingeladen! Und Reini wohnt im Burgenland! Karfreitag ist supergutes Wetter, also warum nicht mit dem Fahrrad fahren?! Aber nicht wieder die Tour über Wiener Neustadt! Ein Blick auf die Radwanderkarte zeigt mir eine interessante Verbindung über den Neusiedler See.

Yello ist gepackt. Yello heißt mein Fahrrad, nicht nur wegen der Farbe (dann würde ja auch ein Buchstabe fehlen) sondern wegen der Popgruppe Yello, die in den 90ern mit dem Lied „The Race“ bekannt wurde.

Ich treibe meinen gelben Zossen erstmal nach Schwechat, wo der Römerland-Carnuntum-Radweg beginnt. Die ersten 70 m Kopfsteinpflaster sollen wohl auf einen alten Römerweg hinweisen. Egal, danach geht es auf Schotter weiter, wo sich Yello wegen seiner Breitreifen und der Federung richtig wohl fühlt. Wir fahren durch Rauchenwarth und an Schwardorf vorbei nach Klein-Neusiedl. Die Sonne scheint, es ist endlich warm, Herz, was willst du mehr. Da fällt mir ein: Für mich ist Fahrradfahren = Freiheit! Du reduzierst dich auf das Wesentliche und mehr brauchst du nicht! Es ist alles da! Ein Griff nach unten holt die Fahrradflasche mit dem leckeren Saft und in der Lenkertasche liegen tolle Leckerlies – das Leben kann so schön sein!

Klein-Neusiedl hat ein kleines Kellergässchen mit interessanten Heurigen, leider habe ich keine Zeit, aber einer der Heurigen muss ich mir nochmal genauer ansehen. In Enzersdorf verliere ich leider den Radwanderweg und muss nachfragen. Man zeigt mir natürlich den Weg über die Hauptstrasse nach Gallbrunn. Ich mach das Beste draus, überhöre den Verkehr und kann endlich in Gallbrunn rechts über eine Feldweg nach Trautmannsdorf abbiegen. Eine einsame Bank bietet sich an und ich mache eine längere Pause.

Dicker Brummer

Ein schwarzes Insekt, ich nenne es mal dicker Brummer, macht mir meine Bank streitig und fliegt fleißig um mich rum. Jedesmal, wenn ich die Bank verlasse, setzt es sich auf die Lehne, trotzdem mache ich eine halbe Stunde Pause!

Yello macht auch Pause.

Ab Trautmannsdorf finde ich keine Radwanderschilder mehr, also folge ich Wegweiser für Autofahrer. Auch so komme ich auf wenig befahren Straßen ans Leithagebirge, das mich rechtsseitig bis nach Hof begleitet. Jetzt geht es über Serpentinen rein ins Leithagebirge, das ich mir schmaler vorgestellt habe und das mir einiges abverlangt.

Endlich geht es bergab nach Donnerskirchen und damit an den B10, den Neusiedler-See-Radweg. Hier kenne ich mich aus. Bevor es weiter geht, noch eine kleine Pause unter unseren Lieblingskirschbaum. Endlich Schatten, das Wetter ist großartig und keine Wolke ist am Himmel, aber soviel Sonne bin ich noch gar nicht gewohnt.

Ich fahre den B10 bis zur Grenze nach Ungarn, wo mir zwei Grenzbeamte auffallen. Da fällt mir ein, dass ich keinen Ausweis dabei habe. Der Neusiedler See Radweg ist hier in Ungarn leider nicht ganz so schön ausgeschildert. Trotzdem finde ich einen Weg über Fertörakos nach Balf, wo es für mich rechts ab über Kophaza über die Grenze nach Deutschkreuz geht. Und schon bin ich auf dem R62, das ist der Verbindungsradweg Deutschkreuz – Weppersdorf ( Haben die den extra für mich gebaut?) Dieser Weg ist schön ausgeschildert, auch mit Bodenmarkierungen. Und so fahre ich die letzten 30 km über Weppersdorf nach Markt St. Martin, wo mich Reini schon erwartet. Das war eine schöne, ruhige und doch spannende Radtour und nach 140 km habe ich mir echt ein Guinness verdient.

5 Kommentare zu „Karfreitag ins Burgenland

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